• Elterntraining als maßnahmenübergreifende Leistung

    Überblick

    Bei einem Elterntraining treffen sich Mütter, Väter, Ehepaare und Alleinerziehende regelmäßig in einer Gruppe, um über Erziehungsfragen zu sprechen und unter Anleitung eines Kursleiters ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Wir arbeiten mit dem Step-Elterntraining, das auf der Individualpsychologie Alfred Adlers basiert.
    Ziel des Step-Trainings ist es, Eltern darin zu unterstützen, ihre Kinder so zu erziehen, dass sie sich kooperativ und verantwortungsvoll verhalten und dabei selbstbewusst und glücklich sind. Darüber hinaus will Step Eltern darin ermutigen, eine tragfähige und dauerhafte Beziehung zu ihren Kindern aufzubauen.
    Das Charakteristische dieser Form des Elterntrainings wird an folgenden Punkten deutlich.Das Step-Training ist:
    Handlungsorientiert,
    d. h. die Eltern werden nur mit einem Mindestmaß an theoretischem Wissen konfrontiert. Im Kurs wird viel Wert auf die Vertiefung dieses Wissens durch praxisorientierte Übungen und Rollenspiele gelegt.
    Gruppenorientiert,
    d. h. im Training werden Modelle und Methoden vorgestellt, die von den Eltern reflektiert, überprüft und zu Hause ausprobiert werden können. Die dabei gemachten Erfahrungen werden in der Gruppe ausgewertet und bilden die Grundlage für intensiven Austausch und gegenseitige Unterstützung.
    Beziehungsorientiert,
    d. h. die bewusste Wahrnehmung eigener Einstellungen und Gefühle der Eltern sowie die Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten ermöglichen den Aufbau einer Beziehung zum Kind, die von Wertschätzung, Respekt und Ermutigung geprägt ist.

    Ziele

    Im Step-Elterntraining werden an zehn Terminen folgende sechs Themen bearbeitet:

    1. Fehlverhalten verstehen lernen
    Die Eltern erfahren, weshalb Kinder auffällige Verhaltensweisen entwickeln. Es gibt unterschiedliche Arten von Fehlverhalten und die TeilnehmerInnen lernen, sie zu erkennen und einzuordnen.

    2. Neue Wege gehen
    Die KursteilnehmerInnen lernen, wie sie mit ungewohnten und wirksamen Reaktionen anders als bisher auf die unterschiedlichen Formen des Fehlverhaltens eingehen können.

    3. Die Perspektive wechseln
    Die Methode der Ermutigung hilft dabei, die positiven Seiten des Kindes zu betonen und damit das Kind zu unterstützen, Selbstvertrauen und Eigenständigkeit zu entwickeln.

    4. Sich gegenseitig zuhören und miteinander sprechen
    In diesem Abschnitt trainieren die Eltern zwei effektive Methoden (Ich- Aussagen, Aktives Zuhören), mit denen sie die Beziehung zu ihren Kindern achtsam und wertschätzend gestalten können.

    5. Die Kooperation fördern und Probleme lösen
    Den Eltern wird ein klar strukturiertes Verfahren zur Problemlösung vermittelt und sie lernen, wie sie ihre Kinder in die Lösung eines Problems mit einbeziehen und zur Zusammenarbeit motivieren können.

    6. Sinnvolle Disziplin - Was tun, wenn nichts mehr hilft?
    Strafen bewirken in der Regel Rebellion oder Rückzug. Die Eltern lernen stattdessen Konsequenzen einzusetzen, die den Kindern die Möglichkeit geben, aus den Folgen ihrer Handlungen zu lernen.